Titel
Buch-Cover von »Mehr Demokratie wagen«

Willy Brandt

Mehr Demokratie wagen

Innen- und Gesellschaftspolitik 1966-1974

Bearbeitet von Wolther von Kieseritzky

Berliner Ausgabe, Band 7

Buch

684 Seiten
Leinen mit Schutzumschlag
15,00 Euro (freier Preis)
ISBN 978-3-8012-0307-8

Lieferung in 2-3 Werktagen in Deutschland

Willy Brandts Regierungsjahre bilden eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik. Kein anderer Zeitabschnitt wird derzeit so heftig debattiert wie das Jahrzehnt von Mitte der 60er bis Mitte der 70er Jahre. Sind diese Jahre gleichbedeutend mit einer »Umgründung« von Staat und Gesellschaft? Und was bedeutet der vielzitierte Ausspruch aus der Regierungserklärung Brandts von 1969: »Wir wollen mehr Demokratie wagen«?

Für Brandt ist dieser Zeitraum der Höhepunkt seiner politischen Laufbahn: Erst Außenminister, dann Kanzler der zweiten Demokratie, die er – als Exilant und Widerstandskämpfer gegen Hitler – nun als Vizekanzler und Regierungschef fast ein Jahrzehnt prägen und gestalten kann.
Die über 100 Dokumente zeigen, dass sich Brandts politische Leidenschaft nicht auf die Außen- und Deutschlandpolitik beschränkt. Sein Engagement ist umfassender: Die Ausgestaltung der sozialen Demokratie und der innenpolitischen Reformen sind für Brandt Eckpunkte seiner politischen Arbeit. Durch die Auswahl unterschiedlichster Quellen – Briefe an Politiker und Personen aus Kultur und Wissenschaft, Notizen aus Gesprächen, Interviews, persönliche Aufzeichnungen, Reden, interne Vermerke u.a. – erhält der Leser einen umfassenden Eindruck des Innen- und Gesellschaftspolitikers Brandt.
In drei großen Abschnitten entsteht ein Panorama des politischen und gesellschaftlichen Geschehens der Jahre 1966–1974: Die Große Koalition von SPD und CDU von 1966–69; die sozialliberale Koalition von SPD und FDP ab 1969; und schließlich die Zeit nach dem Wahlsieg im November 1972, als die Erosion der Macht des Kanzlers einsetzte: Ob es die Regierungsbildung ist, die Auseinandersetzung mit den Interessengruppen um die richtige Wirtschaftspolitik, der Schock durch die »Ölkrise« oder Konflikte innerhalb der SPD – der Kanzler ist in der Defensive. Die Quellen vermitteln einen Eindruck vom Ringen Brandts um die Gestaltung der Politik auch in dieser Zeit, sie offenbaren aber auch bittere Enttäuschungen bis hin zum Rücktritt 1974, der durch seine persönlichen Aufzeichnungen und Gedanken dokumentiert wird.

Wolther von Kieseritzky

geb. 1960, Dr. phil., Studium der Geschichte, Literatur und Philosophie in Berlin, Freiburg und Ann Arbor, USA; Veröffentlichungen zur Geschichte der Demokratie, zur Industriegesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts und der politischen Theorie.

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Willy Brandt

geb. 1913 in Lübeck, gest. 1992 in Unkel/Rhein, Nazigegner und Publizist im norwegischen und schwedischen Exil (1933–1947), Regierender Bürgermeister von Berlin (1957–1966), SPD-Vorsitzender (1964–1987), Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler(1966–1969), Bundeskanzler (1969–1974) und Präsident der Sozialistischen Internationale (1976–1992), Vorsitzender der Nord-Süd-Kommission (1977–1983), Träger des Friedensnobelpreises 1971.

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