Christian Hörnlein

Abgrenzungsdebatten und politische Bekehrungen

Die Sozialdemokratie zwischen Politik und Religion im Wilhelminischen Kaiserreich

Reihe Politik- und Gesellschaftsgeschichte, Band 106

ca. 464 Seiten
Broschur
ca. 32,00 Euro
ISBN 978-3-8012-4259-6

Erscheinungstermin: Mai 2018

lieferbar im Mai

Waschzettel Cover

In Autobiografien, die beschreiben, wie man zur Sozialdemokratie gefunden hat, werden vielfach Muster religiöser Bekehrungen bemüht. Das steht in einer Spannung zum religionskritischen Selbstverständnis der Partei. Mit den Debatten über den Weg zum Sozialismus wird die Sozialde-mokratie in der politischen und religiösen Kultur des Wilhelminischen Kaiserreichs verortet.

 

Mit Hilfe von Konversionskonzepten werden die Entscheidung für und der Weg zur SPD von verschiedenen Menschen untersucht, von Theologen aus dem Friedrich-Naumann-Kreis wie Paul Göhre und Max Maurenbrecher ebenso wie von August Bebel, der adeligen Lily Braun oder der Arbeiterin Adelheid Popp. Dabei zeigt sich, wie umstritten das Selbstverständnis der SPD zwischen Selbstisolation und Öffnung war und wie stark die Grenzen zwischen Religionskritik und Religion verwischten. Vor diesem Hintergrund gerät das Bild starrer Milieus im Kaiserreich ins Wanken.