Dieter Schlesak

geb. 1934 in Schäßburg (Siebenbürgen), gest. 2019 in Camaiore (Italien), verfasste zahlreiche Gedichte, Essays, Romane und Hörspiele, so den Roman Vaterlandstage (1986), in dem er 50 Jahre deutscher Geschichte zu einer siebenbürgischen Familiengeschichte bündelte. Träger des Andreas-Gryphius-Preises, des Schubart-Literaturpreises, des Nikolaus-Lenau-Preises und des Hauptpreises des Ostdeutschen Kulturrats. 2001 zeichnete ihn die Deutsche Schillerstiftung für sein Gesamtwerk aus. 2005 wurde er Ehrendoktor der Universität Bukarest.

Dieter Schlesak

Capesius, der Auschwitzapotheker

Viktor Capesius war Apotheker in Schäßburg und Vertreter der Firma Bayer, bevor er als SS-Offizier nach Auschwitz kam. Als eines Tages ein Transport mit Juden aus seiner siebenbürgischen Heimat eintraf, standen sich plötzlich Täter und Opfer, seit Jahren bekannt, an der Rampe des Lagers gegenüber. Capesius schickte sie kaltblütig ins Gas und bereicherte sich an ihrer Habe. Dieter Schlesak schrieb diese wahre Geschichte auf als komplexe Kollage aus Dokumentation, Rückblende und Erzählung: ein historisches Werk, das sich literarischer Mittel bedient, von enormer sprachlicher Kraft und Authentizität, ein erschütterndes zeitgeschichtliches Zeugnis.

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