Claudia Gatzka und Andreas Audretsch im Gespräch über ihr Buch "Schleichend an die Macht"

Wie die Neue Rechte Geschichte instrumentalisiert – ein Podcast-Gespräch mit Andreas Audretsch und Claudia Gatzka

Die sogenannte „Neue Rechte“ strebt in ganz Europa an die Macht. Eine ihrer wichtigsten Strategien ist die Instrumentalisierung von Geschichte und die Umdeutung geschichtlicher Ereignisse. Claudia Gatzka und Andreas Audretsch analysieren im Podcast „Dietz & Das“ die Strategie der Neuen Rechten. Sie sind Herausgeber des Sammelbands »Schleichend an die Macht. Wie die Neue Rechte Geschichte instrumentalisiert, um Deutungshoheit über unsere Zukunft zu erhalten«. Sie fordern: Wir müssen um die Geschichte kämpfen, wenn die liberalen Grundwerte unserer Gesellschaft eine Zukunft haben sollen.

Die Neue Rechte

Die Neue Rechte ist eine rechtsextreme politische Strömung, die sich nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa etabliert hat. Eine ihrer stärksten Strategien: die Instrumentalisierung von Geschichte, um ihre Weltsicht in den Köpfen der Menschen zu verankern. Mythen über die Nation, ihre Helden und Freiheitskämpfe sollen Nationalismus und völkisches Denken wieder gesellschaftsfähig machen. Die Illusion »sauberer«, homogener Gesellschaften soll zum politischen Konsens der Zukunft werden.

Neue Rechte in Europa

In Deutschland beschwört die AfD über 1000 Jahre glorreichen Deutschtums. In Italien inszeniert sich Matteo Salvini in der Tradition italienischer Freiheitskämpfer. In Ungarn will Viktor Orbán sein Land zu »historischer Größe« zurückführen. Und auch die Corona-Krise wird europaweit von den Neuen Rechten genutzt, um eine Renaissance des Nationalismus als Lösung zu propagieren. Das Buch analysiert die Strategie der Neuen Rechten in Europa und ist zugleich eine Aufforderung an Politik und Wissenschaft, Lehrkräfte und Zivilgesellschaft, dem Missbrauch der Geschichte entgegenzutreten.

Hier das Podcast-Gespräch anhören!

»Dietz & Das« – so heißt unser Podcast zu Politik, Gesellschaft und Geschichte. Autor*innen aus dem Dietz-Verlag stellen hier ihre neuen Bücher vor und sprechen über politische und gesellschaftliche Themen – informativ, unterhaltsam, inspirierend. Jeden ersten Freitag im Monat gibt es eine neue Folge: spannende, offene Diskussionen und neue Sichtweisen von unterschiedlichen Expert*innen für alle, die sich eine differenzierte Meinung bilden wollen. »Dietz & Das« ist auf unserer Website und auf allen Podcast-Plattformen abrufbar.

Andreas Audretsch, geboren 1984, ist Mitglied des Bundestages für B90/Die Grünen und langjähriger Gewerkschafter. Zunächst arbeitete er als Hörfunkjournalist, in den letzten Jahren als Pressesprecher verschiedener Bundesministerien. Seit 2017 ist er Policy Fellow beim Thinktank »Das Progressive Zentrum«. Er lebt in Berlin-Neukölln.

Claudia Gatzka, geboren 1985, Dr. phil., ist Historikerin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Zuvor war sie an der Humboldt-Universität in Berlin tätig. Für ihre Dissertation zur Demokratie in Deutschland und Italien erhielt sie den Tiburtius-Preis der Berliner Hochschulen.

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