Christian Streit

Keine Kameraden

Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941–1945

Neuausgabe 1997
448 Seiten
Broschur
25,50 Euro
ISBN 978-3-8012-5023-2

vergriffen, keine Neuauflage

Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Es war der Beginn eines mit bis dahin unvorstellbarer Brutalität geführten Eroberungskrieges, in dessen Verlauf allein über elf Millionen sowjetischer Soldaten ihr Leben ließen. Die Behandlung der Kriegsgefangenen wurde von den Zielen des Ausrottungskrieges gegen »Bolschewismus und Judentum« bestimmt, auf die sich die Generalität der Wehrmacht während der Planung des Überfalls auf die Sowjetunion hatte verpflichten lassen. Mehr als die Hälfte der 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen in den Händen der Wehrmacht wurde erschossen, verhungerte oder starb an den Folgen unmenschlicher Zwangsarbeit. Ihr Schicksal – neben dem Völkermord an den europäischen Juden eines der furchtbarsten Kapitel des Zweiten Weltkrieges – ist in der Bundesrepublik ebenso wie in der DDR lange Jahre verdrängt worden.

 

Als Christian Streits Untersuchung über das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen 1978 erschien, kam dies einem Tabubruch gleich. Erstmals belegte ein deutscher Historiker auf der Basis umfangreichen Aktenmaterials zahlreicher Archive, »unanfechtbare Beweise gleich in Mengen aufeinandertürmend« (Süddeutsche Zeitung), den maßgelichen Anteil der deutschen Wehrmacht am Massenmord an den sowjetischen Kriegsgefangenen. Streis Studie, bei Erscheinen als »das wichtigste Buch dieses ... Jahres« (Klaus Harpprecht im »Merkur«) gewürdigt, erregte seinerzeit großes öffentliches Aufsehen. Für die Neuausgabe von 1997 des im Verlag J.H.W. Dietz Nachf. erstmals 1991 erschienenen Buchs hat der Autor die Einleitung aktualisiert und die neueren Forschungsergebnisse darin aufgenommen.