Sonja Profittlich

Mehr Mündigkeit wagen

Gerhard Jahn (1927––1998)
Justizreformer der sozial-liberalen Koalitionan

Reihe Politik- und Gesellschaftsgeschichte, Band 85

1. Aufl.
352 Seiten
Hardcover
32,00 Euro
ISBN 978-3-8012-4196-4

vergriffen, keine Neuauflage

Gerhard Jahn, Sohn der Jüdin Lilli Jahn, die von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde, war Justizminister der Regierung Brandt und einer der bedeutendsten sozialdemokratischen Rechtspolitiker der Bundesrepublik Deutschland. Die von ihm durchgesetzten Reformen des § 218 und des Eherechts bildeten ein Kernstück der sozial-liberalen Reformpolitik.

 

Gerhard Jahn wollte vor allem eines: die Bürgerinnen und Bürger vor dem Recht und damit gegenüber dem Staat selbstbewusster machen. Darin sah Jahn, geprägt durch seine Erfahrungen im »Dritten Reich«, seine Lebensaufgabe: Das Recht sollte den sich wandelnden Lebensverhältnissen angepasst und zugleich transparenter werden, um damit die Mündigkeit der Bürgerinnen und Bürger zu stärken. Die Autorin analysiert Jahns Leben und Arbeit vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung der 1960er und 1970er Jahre, die er durch seine Politik maßgeblich mitgestaltet hat.