Jörg Roesler / Dagmar Semmelmann

Vom Kombinat zur Aktiengesellschaft

Ostdeutsche Energiewirtschaft im Umbruch in den 1980er und 1990er Jahren

Reihe Politik- und Gesellschaftsgeschichte, Band 66

1. Auflage 2005
720 Seiten
Hardcover
58,00 Euro
ISBN 978-3-8012-4152-0

vergriffen, keine Neuauflage

Sind Menschen auswechselbar wie Maschinen? Können alte Kraftwerke ökologisch vertretbare Industriebetriebe werden? Ist es möglich, Arbeitsbedingungen und Arbeitsmoral gleichzeitig umzustülpen?

 

In der DDR der 80er Jahre war die Sicherung der Stromversorgung ein Politikum ersten Ranges. Der Staat erwartete von Leitern, Ingenieuren und Arbeitern äußerste Anstrengung – besonders in der jährlichen »Winterschlacht«, wenn die Rohbraunkohle bei Kälteeinbrüchen zu Eis erstarrte.
Die Energiewerker erhofften sich vom Ende der SED-Herrschaft bessere Arbeitsbedingungen und mehr Rechte, doch die angestrebte paritätische Mitbestimmung wurde nicht erreicht, Personal sogar abgebaut. Für die aus den ersten freien Volkskammerwahlen 1990 hervorgegangene Regierung blieb die Energiewirtschaft Chefsache: Über die privaten Eigner und das Top-Management der in Aktiengesellschaften umgewandelten Energiekombinate wurde ohne die Belegschaften entschieden. Dabei war offensichtlich, dass beide Erfahrungshintergründe zusammengeführt werden mussten, um den strukturellen und ökologischen Umbau der ostdeutschen Energiewirtschaft der 90er Jahre zu bewältigen.
Das Buch fügt die Ergebnisse klassischer Aktenrecherche und der Befragung von Belegschaftsmitgliedern zu einem Bild des großen wirtschaftlichen Umbruchs im Osten Deutschlands zusammen.