Karl Christian Führer (Hg.)

Tarifbeziehungen und Tarifpolitik in Deutschland im historischen Wandel

Reihe Politik- und Gesellschaftsgeschichte, Band 63

1. Aufl. 2004
296 Seiten
Hardcover
32,00 Euro
ISBN 978-3-8012-4138-4

vergriffen, keine Neuauflage

Tarifverträge stehen im Zentrum der öffentlichen Diskussion und gelten zu Unrecht vielfach nur noch als wirtschaftlich hemmende Zwangsinstrumente.

 

Der vorliegende Band fügt dieser Debatte die bislang fast vollständig fehlende historische Dimension hinzu: Er fragt nach der Leistungskraft des Systems der Tarifverträge in verschiedenen Epochen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts und analysiert die Bedingungsfaktoren, die zu seiner Entwicklung beitrugen.
Deutlich wird dabei die gesellschaftsgestaltende Kraft von Tarifverträgen, die in einem komplizierten Interessengeflecht entstanden: Neben Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften waren immer wieder auch die Basis dieser Verbände sowie staatliche Instanzen und die medial konstituierte allgemeine Öffentlichkeit an der Aushandlung der Tarifpolitik beteiligt. Behandelt wird dies an Einzelbeispielen für die Weimarer Republik, für die NS-Diktatur, für die DDR und für die Bundesrepublik bis in die 1960er und 1970er Jahre hinein. Die Beiträge erinnern bei aller Unterschiedlichkeit gemeinsam an die Bedeutung eines Themenbereiches, der aktuell von deutschen Historikern und Historikerinnen stark vernachlässigt wird. Hier zeigt sich, dass eine Geschichtsschreibung, die sich kaum mehr für die Geschichte der Arbeit, der Arbeitsbeziehungen, der Arbeiter wie auch anderer abhängig Beschäftigter interessiert, zentral bedeutsame Aspekte der gesellschaftlichen Realität aus dem Auge verliert.