Beate Althammer

Herrschaft, Fürsorge, Protest

Eliten und Unterschichten in den Textilgewerbestädten Aachen und Barcelona

Veröff. d. Inst. f. Sozialgesch. Braunschweig-Bonn

1. Aufl. 2002
660 Seiten
Hardcover
66,00 Euro
ISBN 978-3-8012-4125-4

vergriffen, keine Neuauflage

Aachen im Sommer 1830: Der »Pöbel« verwüstet das Stadtpalais eines reichen Maschinenfabrikanten. Fünf Jahre später wird in Barcelona eine moderne Textilfabrik gestürmt und niedergebrannt.

 

Mit dem beginnenden Industriezeitalter sahen sich die rasch wachsenden Städte Westeuropas mit einer Vielzahl von neuen sozialen und infrastrukturellen Problemen konfrontiert, die sich periodisch zu akuten Krisensituationen verdichteten. Gewaltsame Unruhen, aber auch sanitäre Notstände wie Choleraepidemien, rückten schockartig ins Bewusstsein, welche Gefahren von der Zusammenballung großer, mehrheitlich armer und »roher« Menschenmassen in den urbanen Zentren ausgingen. Wie bewältigten die Stadtgesellschaften in Aachen und Barcelona die neuartigen Krisen- und Konfliktpotentiale? Inwieweit setzten die staatlichen und kommunalen Eliten hierbei entweder auf repressive oder auf fürsorgerische Strategien, und welche Spielräume zur Bedürfnisartikulation konnten sich die Unterschichten wahren?
Die Historikerin Beate Althammer zeigt am Beispiel von zwei bedeutenden frühindustriellen Textilgewerbestädten, dem rheinischen Aachen und dem katalanischen Barcelona, wie diese strukturell sehr ähnlichen Stadtgesellschaften in einer schwierigen Umbruchszeit den neuen Herausforderungen begegneten. Althammer promovierte mit der vorliegenden Untersuchung im Rahmen des Graduiertenkollegs »Westeuropa in vergleichender historischer Perspektive« an der Universität Trier.