Uwe Danker / Markus Oddey / Daniel Roth / Astrid Schwabe (Hg.)

Am Anfang standen die Arbeitergroschen

140 Jahre Medienunternehmen der SPD

1. Aufl. 2003
220 Seiten, zahlr. Abb.
Broschur
34,00 Euro
ISBN 978-3-8012-0334-4

vergriffen, keine Neuauflage

Die Unternehmen der SPD stehen immer wieder im Mittelpunkt öffentlicher Kontroversen: Ihre Beteiligungen an Zeitungen und Druckereien werden als »Medienimperium« bezeichnet, aus dem sich die Partei zurückziehen müsse. Die SPD weist dies als »vierte Enteignung« nach den Enteignungen durch Sozialistengesetz, Nationalsozialismus und der Zwangsvereinigung mit der KPD (1946) zurück.

 

Warum die Arbeiterbewegung der Kaiserzeit eigene Zeitungen gründete, mit welchen staatlichen Repressionen sie immer wieder zu kämpfen hatte, welche besonderen wirtschaftlichen Strukturen die Parteizeitungen einst dominierten und wie sie sich bis heute durchgreifend verändert haben – diesen Fragen gehen die Autoren nach. Sie stellen Fakten zusammen und zeichnen die historische Entwicklung der SPD-Unternehmen von der Kaiserzeit bis heute nach.
Was als publizistische Gegenmacht begann, hat sich unter Aufgabe des parteipolitischen Auftrags zum modernen Beteiligungsmanagement gewandelt. Besonders die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre wird an-hand bislang unveröffentlichter Materialien dargestellt.
Zwar hat die SPD erst seit den 70er Jahren – auch bedingt durch äußere Zwänge wie Rezession und Pressekonzentration – Abschied von der Parteipresse genommen. Doch seitdem hat sich der Unternehmensbereich tief greifend gewandelt: weg von der politisch motivierten »Stimme der Partei«, hin zur überwiegend auf Minderheitsbeteiligungen im Medienbereich beschränkten Holding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH dd_vg. Für die öffentliche Debatte über die wirtschaftliche Betätigung von Parteien bedeutet dieses historisch fundierte und anschaulich bebilderte Buch einen Zugewinn an Transparenz.