Werner Müller / Fred Mrotzek / Johannes Köllner

Die Geschichte der SPD in Mecklenburg und Vorpommern

Mit einem Vorwort von Harald Ringstorff

1. Aufl. 2002
272 Seiten, Abb.
Broschur
14,80 Euro
ISBN 978-3-8012-0329-0

vergriffen, keine Neuauflage

Zusammengerechnet rund 70 Jahre war die Sozialdemokratie im heutigen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern de jure oder de facto verboten. Dennoch leistete die SPD zwischen Ostsee und Müritz, zwischen Trave und Peene einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der sozialen Demokratie in Deutschland.

 

Die SPD in Mecklenburg und Vorpommern »glänzte« nie mit besonderen Mitgliederzahlen. Im Kaiserreich länger und heftiger unterdrückt als in anderen deutschen Bundesstaaten und von der Machtausübung im Land gänzlich ferngehalten, erreichte sie in der Weimarer Republik einen Wahlzuspruch, der beständig über dem Reichsdurchschnitt lag. Zugleich setzte die SPD nach 1918 eine der fortschrittlichsten Landesverfassungen in der deutschen Geschichte gegen beachtliche Widerstände durch – eine Entwicklung, die nach 1990 ihre Parallele fand.
Die Autoren liefern mit dieser Darstellung erstmals eine zusammenhängende Politik- und Organisationsgeschichte der Sozialdemokratie in den Landesteilen Mecklenburg und Vorpommern. Erschwert wurden ihre historischen Recherchen nicht nur aufgrund der früheren territorialen Vielfalt des heutigen Bundeslandes, sondern auch wegen der z.T. desolaten Quellenlage: Viele Unterlagen gingen 1933 verloren oder wurden durch die nationalsozialistischen Machthaber vernichtet. Und nach 1945 haben führende Sozialdemokraten gezielt Unterlagen vernichtet, um sie nicht den Kommunisten zu überlassen.Die Tradition der Sozialdemokratie in Mecklenburg und Vorpommern stellt sich also als eine »Geschichte mit Lücken« dar. Die Autoren unternehmen einen ersten systematischen Versuch, die zahlreichen »weißen Flecken« in der regionalen Geschichtsschreibung zu schließen.