Wie können möglichst alle von KI profitieren? In ihrem neuem Buch „Feministische KI. Warum Künstliche Intelligenz Ungerechtigkeit verstärkt und was wir dagegen tun müssen“ weist die Wirtschaftsinformatikerin Eva Gengler auf die Gefahren für die Gesellschaft hin, die uns aktuell durch KI drohen, und formuliert klare Forderungen, um die KI gerechter und zu einem Instrument für die ganze Gesellschaft machen.
Künstliche Intelligenz ist nicht neutral
Je mehr KI unser Leben prägt, desto deutlicher wird auch: Diese Systeme sind nicht neutral. KI spiegelt gesellschaftliche Machtverhältnisse wider; sie automatisiert und verstärkt Vorurteile. Frauen, People of Color und andere marginalisierte Gruppen werden durch KI häufig benachteiligt, weil sie in einem System entsteht, das von kapitalistischen Interessen, patriarchalen Strukturen und kolonialen Praktiken geprägt ist.
KI und Machtstrukturen
Eva Gengler führt aus, dass KI nicht nur ein Spiegel, sondern sogar ein Brennglas dieser Machtverhältnisse darstellt. Deutlich wird das aktuell am Fall Christian Ulmen / Collien Fernandes. KI kann sehr leicht missbräuchlich eingesetzt werden, Schutzmechanismen fehlen vollständig. KI wird so zum Machtinstrument, um patriarchale Strukturen aufrecht zu erhalten.
Feministische KI
Wie kann KI gerechter gestaltet werden? Eva Gengler zeigt, welche Alternativen und welche Fortschritte es bereits gibt und wie man daran anknüpfen kann, um KI fair und feministisch zu gestalten. Es werden bekannte Felder angesprochen wie zum Beispiel Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Dezentralisierung. Aber es fallen auch Begriffe, die im ersten Moment überraschen könnten, wie Fürsorge und Liebe. So beruft sich Gengler unter anderem auf Carel von Schaik und Kai Michel, wenn sie ausführt: „Eine soziale Natur, die nicht auf Egoismus und Macht, sondern auf Empathie und Zusammenhalt basiert. Das steckt tief in unserer Natur verwurzelt. Wir müssen sie nur auch im Arbeitskontext wieder zulassen.“
Für eine gerechtere Zukunft
Trotz aller Missstände verliert Eva Gengler nicht die Hoffnung und den Glauben an einen Wandel. Sie sieht die aktuelle Situation als Handlungsaufruf, um eine noch offene Zukunft selber zu gestalten: „Mein Ziel ist es, dass wir nicht länger passiv zuschauen, sondern aktiv werden, uns dabei zusammenschließen und nicht zulassen, dass die Vergangenheit mit KI in die Zukunft getragen wird.“ Ihr Buch ist ein leidenschaftlicher Aufruf, Technologie als Werkzeug für Gerechtigkeit und Empowerment zu nutzen.
Zur Autorin
Eva Gengler ist Wirtschaftsinformatikerin und beschäftigt sich schwerpunkthaft mit der intersektionalen-feministischen Forschung zu den Schnittstellen von Macht und künstlicher Intelligenz. Als Mitgründerin der feminist AI Community sowie von enableYou engagiert sie sich für eine gerechte und verantwortliche Technologiegestaltung.
Eva Gengler auf dem Podium von ARD/ZDF/3sat auf der Leipziger Buchmesse (ab Min. 41): https://www.zdf.de/play/interviews/buchmesse-150/gespraeche-buchmesse-leipzig-sonntag-teil2-100
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