Peter Hurrelbrink

Der 8. Mai 1945

Befreiung durch Erinnerung

1. Auflage
416 Seiten
Broschur
24,00 Euro
ISBN 978-3-8012-5032-4

vergriffen, keine Neuauflage

Für die Menschen in der Bundesrepublik und der DDR war der 8. Mai 1945 bis 1989/90 der letzte symbolhafte Bezugspunkt einer gesamtdeutschen Geschichte. Peter Hurrelbrink fragt nach dem historischen und politischen Ort, den sich die Deutschen beider Staaten im Gedenken an das Ende von Krieg und Nationalsozialismus jeweils zugeschrieben haben. Er untersucht die konkreten und normativen Inhalte ihrer Erinnerungen und wirft damit einen Blick auf den Zustand der politischen Kultur von 1945 bis heute.

 

Wo immer in Ost- oder Westdeutschland vom 8. Mai 1945 die Rede war, ging es um die Frage: Auf welchen Fundamenten ruht unser Staat politisch und moralisch? Wie hat er sich nach dem Ende des Dritten Reichs legitimiert? Die SED feierte jedes Jahr nach gleichem Muster den »Tag der Befreiung« und untermauerte damit den antifaschistischen Gründungsmythos der DDR.

In der Bundesrepublik war das Gedenken konfliktreicher. Vordergründig standen sich zwei Lager gegenüber, die darum stritten, ob Deutschland eine »Niederlage« oder eine »Befreiung« erlebt habe. Erst mit der weltweit beachteten Rede von Bundespräsident Richard von Weizsäcker erhielten die Debatten zum 8. Mai eine neue Dimension: Sie wurden vielschichtiger, öffentlicher und integrativer. Je mehr die Bundesrepublik und das vereinte Deutschland bereit waren, ihre schuldhafte Vergangenheit anzuerkennen, desto besser konnten die Menschen den 8. Mai als einen Tag der Befreiung zur Demokratie wahrnehmen.

Peter Hurrelbrink führt mit diesem Band durch 60 Jahre deutsch-deutscher Erinnerungskultur.