Stefan Vogt

Nationaler Sozialismus und Soziale Demokratie

Die sozialdemokratische Junge Rechte 1918-1945

Politik- und Gesellschaftsgeschichte, Band 70

1. Aufl.
502 Seiten, zahlr. Abb.
Hardcover
48,00 Euro
ISBN 978-3-8012-4161-2

vergriffen, keine Neuauflage

Die Junge Rechte in der Weimarer Sozialdemokratie wollte den Nationalsozialismus mit einem »nationalen Sozialismus« bekämpfen. Dabei schreckte sie auch vor ideologischen und praktischen Anleihen beim politischen Gegner nicht zurück. Stefan Vogt untersucht Entstehung und politische Wirkung der Jungen Rechten vor dem Hintergrund von Krise und Verfall der ersten Demokratie in Deutschland.

 

Zur Jungen Rechten zählten prominente Partei-Theoretiker wie Paul Tillich und Hermann Heller, aber auch jüngere SPD-Politiker wie Carl Mierendorff und Theodor Haubach. In ihrem Kampf gegen den Nationalsozialismus bemühten sie sich, die Sozialdemokratie für nationalistische, autoritäre und antirationalistische Strömungen der Zeit zu öffnen. Obwohl sie also bereit waren, dem Nationalsozialismus ein berechtigtes Anliegen zuzubilligen, haben sich viele der »rechten« Aktivisten später im Widerstand gegen Hitler engagiert, so auch im Kreisauer Kreis. Dieser Widersprüchlichkeit geht die Studie von Stefan Vogt nach. Der Autor rekonstruiert die Entstehung der Gruppe und analysiert ihre politischen Wirkungen. Dabei erweist sie sich als ein Element und Symptom der Krise des demokratischen Denkens in Deutschland. Stefan Vogt kann anschaulich belegen, dass jene Dialektik von Aufklärung und Irrationalismus, die den Boden für den Nationalsozialismus zu bereiten half, vor dem demokratischen Sozialismus nicht Halt machte.