Jochen Hippler (Hg.)

Nation-Building

Ein Schlüsselkonzept für friedliche Konfliktbearbeitung?

Reihe EINE Welt, Band 17

1. Aufl. 2003
280 Seiten
Broschur
12,70 Euro
ISBN 978-3-8012-0338-2

vergriffen, keine Neuauflage

Nation-Building wird vielfach als Möglichkeit oder gar Notwendigkeit gesehen, um Instabilität und Gewalt langfristig zu überwinden. Kann das Konzept diesem Anspruch gerecht werden?

 

Die Eroberungen Afghanistans und des Irak und die Versuche, dort neue Staaten zu etablieren, haben den Begriff »Nation-Building« (Nationenbildung) so populär werden lassen, dass er heute selbst von Ministern und dem Bundeskanzler verwendet wird. In einer Zeit, die von ökonomischer und politischer Globalisierung und zugleich von zahlreichen ethnischen Konflikten und drohenden oder akuten staatlichen Zusammenbrüchen gekennzeichnet ist, gewinnt die Frage der Bildung neuer Nationalstaaten eine herausragende Bedeutung.
Nation-Building ist aber weder einfach noch problemlos. Die Chancen, dieses Ziel von außen zu erreichen, werden sehr unterschiedlich, oft skeptisch beurteilt. Die Wege und Instrumente zum Erfolg sind häufig unklar, und ob der zeitliche und finanzielle Aufwand durch externe Akteure lange genug durchgehalten werden kann, ist fraglich. Und schließlich ist oft nicht klar, was Nation-Building eigentlich bedeutet.
Deshalb möchte dieses Buch dazu beitragen, das Verständnis von Prozessen der Nationenbildung zu erweitern und zu systematisieren. Fallstudien aus Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten und dem Balkan illustrieren die Vielfalt der Aspekte dieses Themas. Im abschließenden Teil entwickeln Praktiker und Wissenschaftler konkrete Strategien, wie Nation-Building-Prozesse durch kluge und behutsame Politiken externer Akteure unterstützt werden können.