Sabine Kurtenbach / Peter Lock (Hg.)

Kriege als (Über)Lebenswelten

Schattenglobalisierung, Kriegsökonomien und Inseln der Zivilität

Reihe EINE Welt, Band 16

1. Aufl. 2004
330 Seiten
Broschur
12,70 Euro
ISBN 978-3-8012-0337-5

vergriffen, keine Neuauflage

Die destabilisierenden Auswirkungen von Kriegsökonomien haben regionale und teilweise sogar globale Reichweite. Wie kann die Transformation von Gewaltmärkten in geregelte Märkte erreicht werden?

 

Die ökonomischen Raster bewaffneter Konflikte sind in den letzten Jahren zunehmend sichtbar geworden. Sie erklären vielfach sowohl die lange Dauer von Kriegen niedriger Intensität als auch die Instabilität von so genannten »Nachkriegs-Gesellschaften«. Bei »Kriegsökonomien« handelt es sich um dynamische, global vernetzte unternehmerische Aktivitäten, die sich auf Gewalt bzw. deren Androhung stützen – wie Drogenhandel, Erpressung von Schutzgeldern, Menschenraub. Diese Gewaltmärkte sind Teil eines Netzwerks, das man mit dem Begriff »Schattenglobalisierung« umschreiben kann.
Die internationale Sicherheits- und Entwicklungspolitik hat auf diese Entwicklungen bisher kaum reagiert. Doch friedensschaffende Maßnahmen sind zum Scheitern verurteilt, wenn sie die Transformation der kriegsökonomischen Produktionsweise nicht leisten. Der zentrale Ansatzpunkt hierbei ist die Identifizierung und Stärkung von »Inseln der Zivilität«, die es in jeder Gesellschaft – auch während eines innergesellschaftlichen bewaffneten Konflikts – gibt.
Ein internationales Autorenteam fasst vor diesem Hintergrund konkrete Erkenntnisse über die Strukturen von Kriegsökonomien zusammen und macht sie für die Praxis friedenserhaltender und friedensschaffender Politik nutzbar. Zentral ist dabei die Frage nach möglichen Bausteinen für eine ökonomische Stabilisierung von Friedensprozessen.